Ein Blick in die Sammlung

Hans Nowak

Hans Nowak wurde am 15. Mai 1922 in Halle (Saale) geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er zunächst in Braunschweig, bis er 1962 ins nahe Peiner Land nach Voigtholz in die Gemeinde Edemissen zog.

Eine Besonderheit in der Arbeit von Hans Nowak ist sein Umgang mit Farben. Schon früh begann er, auf Basis von historischen Rezepten seine eigenen Farben anzumischen. Aber es war ein steiniger Weg: Es dauerte Jahre, bis er überhaupt mit den Ergebnissen insoweit zufrieden war, dass die Farben für ihn in seiner Malerei verwendbar waren, und er beschäftigte sich Jahrzehnte, wenn nicht sein Leben lang damit, seine Herstellung von Farben zu verfeinern.

In seiner Wahlheimat Voigtholz baute er die Lukas-Kapelle. In dieser malte Hans Nowak von 1982 bis 1984 auf Holzbohlen eine Neuinterpretation des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci, über neun Meter breit und über vier Meter hoch. Die Kapelle und der von ihm begründete Malerhof sind beliebte Ausflugsziele der Region.

Eine besondere Ehrung erfuhr der Künstler 1959 durch die Aufnahme in die Société des artistes français in Paris. In Vechelde im Kreis Peine ist seit 2003 im dortigen Malerviertel eine Straße nach ihm benannt, der Hans-Nowak-Weg.

1996 verstarb der Künstler in Voigtholz, wo seine Stieftöchter Annette und Brigitte Upmann den Malerhof bzw. die Kapelle weiterführen.

Preussag-Werk Peine
1993, Öl auf Leinwand, 99x98cm, Inventarnummer 13550

Im Bild "Preussag-Werk Peine" stehen die wuchtigen Gebäudeklötze der beiden Hauptwerkshallen des Walzwerks im Mittelpunkt. Die drei Werksschornsteine waren bis zu ihrem Abriss das inoffizielle Wahrzeichen der Stadt Peine.

Wie das Bild "Hochofen" entstammt "Preussag-Werke Peine" Hans Nowaks "impressionistischer" Phase, in der er dazu tendierte, realistische Dinge, wie hier die drei Schornsteine und die Baukörper, mit Abstraktion in anderen Bereichen des Bildes zu verbinden, wie hier die mit breiten, groben Pinselstrichen gemalten Schienen im Vordergrund.

Seit 1993 hängt "Preussag-Werke Peine" zusammen mit "Hochofen" im kleinen Sitzungssaal des Landkreises Peine.

Hochofen
1993, Öl auf Leinwand, 98x99cm, Inventarnummer 13551

Im Mittelpunkt des Bildes steht die dunkle, wuchtige Kontur des Hochofens, überragt von einem dahinterstehenden Schornstein und flankiert von den grau verschwimmenden Umrissen anderer Werkstürme. Das untere Drittel des Bildes wird beherrscht vom rot-gelb glühenden Schein einer Esse, die ihr Licht ausstrahlt auf die dortige Komposition von Türmen und Rohren, die dadurch teilweise grellrot erleuchtet werden. Aus der Esse steigt Qualm auf, der den oberen Teil des Bildes in eine Struktur sich umwindender Grautöne verwandelt. Auf dem Bild kommen keinerlei Menschen vor. Diese Darstellung eines Industriegeländes ist ganz auf die Szenerie technischer Einrichtungen und Kraft des „Elements“ ausgerichtet.

Seit 1993 hängt "Preussag-Werke Peine" zusammen mit "Hochofen" im kleinen Sitzungssaal des Landkreises Peine.

Eule
1992, Bronze, Höhe 17cm, Inventarnummer 24092

Diese Eule aus Bronze ist eine kleinere Version von Hans Nowaks Peiner Eule im Stadtpark Peine.

Die Eule ist zwar nicht das Wappentier Peines, wohl aber ein Wahrzeichen der Stadt. In Peine gibt es zahlreiche Legenden in verschieden Variationen, in denen die Eule mal Schrecken, mal Retter der Stadt ist. Eine lesenswerte PDF des Stadtarchivs Peine bietet einen Überblick über die Peiner Eulenlegenden.

Außerdem befindet sich in der Sammlung des Museums noch eine Gips-Version der Eule als Gussabdruck.

Montmartre (29)
undatiert (um 1965), Öl auf Leinwand, 60x50cm, Inventarnummer 25403

Ab 1952 unternahm Hans Nowak mehrmals Studienreisen nach Frankreich, unter anderem in die Provence und nach Paris. Wie viele andere Künstler arbeitete er mit seiner Staffelei auf dem Montmartre in Paris - er malte pleineir, also unter freiem Himmel und vor Ort. Im Laufe der Zeit wurden seine Paris-Bilder immer impressionistischer. In diesem Bild, in dem die Luft scheinbar in der Tageshitze flimmert, sind die Häuser und Menschen auf dem Montmartre unscharf erkennbar. Im Hintergrund sieht man noch die beiden Haupttürme der Basilika Sacré-Cœur de Montmartre auf dem Hügel über diesem Stadtteil von Paris.

Montmartre, Straßenszene mit Menschen und Auto
undatiert (um 1965), Öl auf Leinwand, 60x50cm, Inventarnummer 25404

Wie Montmatre (29) zeigt auch dieses Bild eine Straßenszene im Montmatre, hier aber ohne bekannte Sehenswürdigkeiten. Die Häuser sind neuer, keine historischen Bauten wie auf Montmatre (29), und auf der Straße sind Menschen und Autos zu sehen - damit wirkt das Gemälde einerseits näher an der Gegenwart, andererseits fehlen durch den impressionistischen Malstil konkrete Anhaltspunkte, wann das Bild zeitlich zu verorten ist. Die Autos etwa sind als Autos zu erkennen, nicht aber als bestimmte Autos.

Weiblicher Torso
1989, Gipsmarmor, 30x17cm, Inventarnummer 25401

Gegen Ende seiner Schaffenszeit wendete sich Hans Nowak immer häufiger der Bildhauerei zu. Es entstanden diverse Skulpturen aus verschiedenen Materialien.

Der weiblicher Torso wurde in Gipsmarmor gefertigt, einer Variante von Stuck, bei der gefärbter Stuck in mehreren Schichten verwendet wird.

Mit einer ähnlichen Technik hat Hans Nowak eine weitere Version des Torsos gefertigt, diesmal die Oberfläche aber nicht mit Stuck, sondern mit Schlagmetall gefertigt. Dazu wird Metall foliendünn ausgewalzt und dann auf die Oberfläche aufgebracht. Die bekannteste Variante dieser Technik ist Blattgold.

 

Männlicher Torso
1989, Gipsmarmor, 32x22cm, Inventarnummer 25402

Wie beim weiblichen Torso wurde auch hier die Oberfläche mit Gipsmarmor gestaltet, und es gibt ebenfalls eine Variante mit Schlagmetall-Oberfläche.

 

Alle Werke sind urheberrechtlich geschützt. Fotos Roland Justynowicz 2021

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Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr

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