Baldauf, Brigitte


Kreismuseum Peine

Öffnungszeiten
Di-So 11 bis 17 Uhr
Eintritt kostenlos!

Führungen jederzeit
nach Vereinbarung

Schulklassen kostenlos

Erwachsenengruppen
3 Euro pro Person

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Baldauf, Brigitte

(Bild:

Lebenslauf

1960 geboren in Neuss
1979-87 Studium an der Kunstakademie Münster bei Fujio Akai und Prof. Udo Scheel
1986 Ernennung zur Meisterschülerin

Ausstellungen der letzten Jahre:

2011 Kloster Marienthal, Hamminkeln
Kunstverein Nümbrecht (E)
In Planung: Alte Post Neuss
2010 Ruhr 2010 „ Local Heroes" Kloster Marienthal, Hamminkeln
Museum Kaikar
Kloster Kamp, Kamp-Lintfort
Ruhr 2010 „ Starke Orte", Tuchfabrik Essen Kettwig
Museum Burg Brüggen
Städtische Galerie Kaarst (mit Hahn)
GEDOK Hannover
Walkmühle, Wiesbaden
2009 1. Galerie Baerl, Duisburg (E)
Kloster Marienthal, Hamminkeln
Galerie Plan D, Düsseldorf
Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld
Galerie Kunst im Heppächer, Esslingen
Zeche Zollverein, Essen
Alte Post, Neuss
2008 Bürgermeisterhaus Essen-Werden (mit Lewe)
Auswahlausstellung Kunstpreis der Firma Glunz, Hamburg
Dt. Pavillon Expo Zaragoza, Spanien (mit Rosteck)
Auswahlausstellung Weide-Kunstpreis, Schwetzingen
Stadtgalerie Altötting, Altötting
Verein z. Förderung der intermedialen Künste e.V., Krefeld
Städtisches Museum, Galerie im Centrum, Wesel
Brunswiker Pavillon, Kiel
Mohr-Villa Freimann, München
Kloster Marienthal, Hamminkeln
Walkmühle, Wiesbaden

 

Die Künstlerin wirkte auch am Webkatalog zur Gruppenausstellung Ave Maria mit


...Ausstrecken, Ansehen, Ausziehen, Aussitzen, Ausreien, Anmachen, Ankommen, Anklammern, Auspendeln, Anpeilen
Zyklus von 20 Collagen, 1997

Der Arbeit der "Anheftmädchen", besser unter ihrer amerikanischen Bezeichnung "Pin-Up-Girls" bekannt, liegen Reproduktionen von Frauendarstellungen aus dem Wirtschaftswunderland Amerika der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zugrunde. Vor einem in der Regel wenig ausgearbeiteten Hintergrund sind blonde, langbeinige Schönheiten zu sehen, ausgestattet mit den idealen Rundungen der Zeit. Entgegen allem Anschein behaupten diese Bilder, Geschichten zu erzählen. Tatsächlich sind die Frauen nur scheinbar auf ihr Tun konzentriert. Der eigentliche Bildanlass ist ein anderer: mit dem Wunderwerk Nylonstrumpf, offenherzigem Busen und Kussmund die männliche Phantasie zu beflügeln. Es darf posiert werden! Pose und scheinbare Tätigkeit werden in einer wie eingefrorenen Bewegung zusammengebracht, die dadurch entstehenden Situationen sind entlarvend und komisch zugleich.

Dabei zielen in vielen dieser Frauendarstellungen Augenblicke und Lächeln auf einen imaginären Betrachter, wodurch selbst in intimen Szenen der Vorhang, den viele Maler früherer Jahrhunderte, z.B. der geniale Jan Vermeer, schützend wie belehrend seinen Räumen mit den stillen, in sich versunkenen Frauen zugesellte, beiseite geschoben erscheint: Den Schönen Amerikas fehlt der bergende Raum und mit ihm die Hermetik, Ruhe und Abgeschiedenheit, wie sie die Frauenzimmer eines Vermeer, gelegentlich profanisierten Mariendarstellungen gleich, wie selbstverständlich besaßen. Jetzt malt "Madonna" selber, fort alle Mystik, jegliches Geheimnis.

Wie viel sinnlicher behauptet sich da die betende Maria auf Lochners Altar der Kölner Stadtpatrone ( „Verkündigung" auf dem linken Seitenflügel). Maria, ganz bei sich, in die Schrift versunken, wendet sich nur leicht dem ausnahmsweise von rechts nahenden Engel zu, demütig, in sich ruhend, ohne Erstaunen.
Die amerikanische Schönheit dagegen nur vordergründig eine Malerin, auf einer „ Stuhl-Staffelei-Kombination" reitend, der Rocksaum hoch gerutscht, in der Rechten einen Bleistift zirkelnd, den Blick auf die Leinwand, das Lächeln auf den Betrachter gerichtet: geteilte Aufmerksamkeit.

Es die Banalität amerikanischer Pin-Up's gewesen, die mich dazu brachte, Lochners Madonna aus dem Kölner Altar zu bitten, sich über das dümmliche Gesicht des Mädchens zu legen und damit „ Präsenz" und „ Substanz" in die Darstellung zu bringen.
Es ist ausdrücklich nicht, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte, der Wunsch gewesen, Maria erotischer zu machen. In meiner Collage kombiniere und konfrontiere ich diese beiden Frauenwelten, indem ich Teile des Lochner-Werkes dem Pin-Up-Motiv einverleibe. Surreal und formal verblüffend stimmig, verbinden sich beide fast nahtlos zu einem neuen Wesen. Doch unter dem Rock bleibt die künstliche Pose der Pseudo-Malerin spürbar. Und nur auf den ersten Blick ähnlich die stille Geste der zum Gruß erhobenen Linken der Madonna.
Die vermeintlich Passive, Jungfrau Maria, aus einer sicheren Ortung „empfangend", und tief gläubig ihrem Leben Richtung gebend, steht dem Pin-Up gegen über, das ostentativ Signale „sendet", tatsächlich aber in Passivität und Abhängigkeit von der Bildvorstellung ihres Betrachters bleibt.

Die Künstlerin wirkte auch am Webkatalog zur Gruppenausstellung Ave Maria mit

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