Chiyao, Tchen


Kreismuseum Peine

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Vergangene Ausstellungen

Chiyao, Tchen

„Lueur crépusculaire“ 
Acryl auf Leinwand, calcinierte Zweige (1m x 1m) „Festin sonore“ 
Acryl auf Leinwand (1m x 1m) „La fin sans parole“ 
Acryl auf Leinwand (1m x 1m)

Tchen Chiyao ist Philosoph, Poet und Künstler, Maler und Bildhauer. Seine Titel und die Geschichten, die er zu seinen Arbeiten erzählt, sind sehr poetisch, anknüpfend an die uralte, hoch stehende chinesische Literatur und beinhalten immer Fragen nach den zutiefst menschlichen Inhalten wie Werden und Vergehen, Hölle und Paradies, Verletzung und Heilung.

In der Natur findet er seine Hauptmaterialien, die Äste. Davon geht alles Weitere aus. Man findet sie in seiner Arbeit in allen Variationen, von sehr dick bis sehr dünn, jedes Mal in irgendeiner Form bearbeitet bzw. eingepasst in verschiedene Umfelder. Immer sind diese Äste mit farbiger Leinwand umwickelt. Das erinnert an Verwundete mit verbundenen Gliedmaßen, die durch den liebevoll-professionellen Verband bald wieder  heilen sollen. Den abgetrennten Ästen allerdings ist nicht mehr zu helfen, eine Heilung ist nicht möglich, obwohl Tchen Chiyao das so gerne möchte: die von Menschen misshandelte Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Die Arbeit mit dem Titel „Die Gespenster der niedergemetzelten Pflaumenbäume tanzen“, und Tchen fährt fort, „um für die Tränen des Mitleids zu danken.“ könnte dies nicht besser illustrieren, ebenso wie die Installation am Eingang  „Nackte Bäume“ oder „Rot und Schwarz – verbrannte Äste“.

„Nackte Bäume“ besteht aus Plastiken und Leinwänden, in die Material eingefügt ist, hier Zement, vermischt mit der Acrylfarbe. Zweierlei Assoziationen kommen sofort: Natur im Schlaf des grausamen Winters, oft genug in der Literatur besungen, kein grünes Blatt, keine Hoffnung, Änderung erst nach langem Warten. Jedes Mal wieder das Wunder, dass aus einem scheinbar völlig abgestorbenen Ast wieder neues Leben entsteht. Aber auch die unabänderliche Zerstörung der Natur durch Waldbrände, Chemieunfälle oder Flugzeugabstürze. Der mündige Betrachter entscheidet selbst.

Die Verletzung der Umwelt durch den Menschen, das Abholzen des Regenwaldes und des Waldes, die immer weiter fortschreitende Versiegelung von Erdflächen  ist Tchen Chiyaos Thema, die Umwelt, deren wir uns gnadenlos bedienen, ohne nachzudenken, was diese Rücksichtslosigkeit für uns und unsere Nachfahren bedeutet. Der dumme, hochnäsige Mensch glaubt doch tatsächlich, er sei klüger als die unendlich weise Natur...

Der Ast wird bei Tchen Chiyao zur Chiffre einer Figur, eines Menschen. Leinwand und Figur, der umwickelte Ast, sind die beiden Pole, um die sich Tchen Chiyaos Formgebung dreht.

Am besten ist das bei den beiden großen hängenden Ästen im Foyer nachzuvollziehen. Aber auch z.B. bei der Abfolge kleiner Kästen mit dem Titel „Der Poet, die Kurtisane, ein Schicksal“. Poet und Kurtisane manifestieren sich völlig abstrahiert in farbig umwickelten Ästen, die abwechselnd vor den schwarzen, angedeuteten Vorhang treten. Die Erzählung aus dem alten China, die dieser Bildabfolge zugrunde liegt, hat Tchen Chiyao sehr berührt:

Der Dichter, gleichzeitig auch ein hoher Minister, ist abgetreten. Auf der Rückreise in sein Land hört er eine Musik. Beim Näher kommen erscheint eine Kurtisane, eine Geisha mit ihrer Pipa, einem speziellen Musikinstrument, hinter einem Vorhang (Geishas waren hochgebildete, nicht käufliche Frauen, die Männer von Welt intelligent unterhielten, trotzdem in der Gesellschaft ganz unten rangierten).

Mit ihrer Musik erzählt die Geisha ihr Schicksal, das dem des Dichters gleicht, in all seinen Höhen und Tiefen, als begehrte und als weggeworfene Frau mit all ihren Verletzungen und Verwundungen. Und obwohl der Dichter eine hoch stehende Gesellschaftsperson ist, bleibt er in seinem Leben nicht vor dem Absturz bewahrt. Diese Geschichte berührte Chen Chiyao persönlich zutiefst, weil er in ihr auch Verbindungen zu seinem eigenen Leben sieht. Wer als Betrachter in sich geht, stellt fest, dass das auch für ihn selbst in der ein oder anderen Form gilt.

Dr. Ulrika Evers, Kreismuseum Peine


 

Ausstellungen

1983-1990 Salon de Bagneux, Bagneux
1985-1996 Mai-Salon, Paris
1985 Sud 92, Issy-les-Moulineaux (Großer Preis für Skulptur 1985)
1988 28. Festival de Champagne, Schloß Braux-Ste-Cohiere
1990 Agenda, Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Rouen
1990, 92, 94 Biennale für Skulptur, Issy-les-Moulineaux
1991 Offener Himmel, Nosy-le-Grand Begegnungen, Montluçon/Auvergne
Einmischung in die Natur, Louroux, DRAC Auvergne
Präsentation an der Zentralakademie der Schönen Künste, Peking
1992 5. Salon des Vergänglichen, Fontenay-sur-Bois
1993 13. Kunstausstellung, Kühlhäuser, Paris
1994 Festival der Kunst in der Normandie, 50. Geburtstag der Landung [der Alliierten]
1995 Museum unterwegs: Kreismuseum Peine, Keramik-Atelier Ute Best, Peine
Spezielle Einladung zur Ausstellung bei der 4. Internationalen Frauen-Konferenz in China (über das Museum in Shenzen)
1996 Galerie Alix Lemarchand, Paris
Kirche am Frankenberger Plan, Goslar, mit Ute Best, Ora und Jean Adler,
J.J. Lapoirie, Yuri Okamoto, Tchen Chiyao, Made, Marina Haccoun-Levikoff
1997 Peine - Pattensen - Paris, 9 Pariser Künstler, Kreismuseum Peine (mit Ora Adler, Made, J.J. Lapoirie, Yuri Okamoto, Georges Zygel)
1998 Salon Comparaisons, Paris
Rencontresen apARTe, Amiens
Französisches Museum Sapeurs-Pompiers, Montville
Atelier Elisabeth Lemaigre-Voreaux, Barbizon
1999 Kunstraum Jean Legendre, Compiègne
Kulturzentrum Ville d'Avray
Color on tour, Künstlerhaus Palm, Braunschweig
Coloraturen, Meller Sommer ´99, zu Gast bei Fam. v. Richthofen, Schloss Königsbrück
2000 Forum des Kreishauses, Goslar
Galerie Claude Dorval, Paris 2000, 01
2001 Espace des Calandres, Eragny-sur-Oise
La sève versée, Kulturzentrum Nemours
Galerie Claude Dorval, Paris
2002 Medienzentrum Moulin de la vapeur, Olivet
Salon ADAIS, Senlis (Großer Preis für Skulptur 2002)
Zentralakademie für Bildende Künste, Peking
Kunstzentrum Caroline Corre, Verderonne
2003 Kapelle für kulturelle Begegnungen, Ville de Dreux
Salon ADAIS, Senlis
Kunstraum Jean Legendre, Compiègne
Kreismuseum Peine
Espace Jean Legendre, Compiègne
2003-2004 Equilibre [Gleichgewicht], Mairie de Saint-Quentin
2005 Stadtmuseum, Espace St. Jacques, Saint-Quentin
2007 Centre Culturel Séraphine-Louise, Clermont
2009 Centre Culturel Jacques Prévert, Mers-les-Bains
2011 Galerie Actuel, Lagalerie, Paris
Ute Best et ses amis et amies, Kreismuseum Peine

 

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