Die Kunst des Glaubens


Kreismuseum Peine

Öffnungszeiten
Di-So 11 bis 17 Uhr
Eintritt kostenlos!

Führungen jederzeit
nach Vereinbarung

Schulklassen kostenlos

Erwachsenengruppen
3 Euro pro Person

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    GPS-Sommeraktion: Überraschungen beim Geocachen durchs Peiner Land (18.06.2016)

    Die Touristiker der wito gmbh haben eine tolle Überraschung für Entdecker und Schatzsucher.
    Alte Landkarten sind out, via Smartphone oder GPS-Gerät geht es mit GPS Koordinaten auf die Suche.

    Insgesamt gibt es 20 Stationen zu finden und zu entdecken. An einigen Stationen wird wöchentlich während der Sommerferien eine Überraschung versteckt. Das Glück der erste Cacher zu sein ist nicht planbar, der Spaß beim Cachen ist garantiert:

    ZeitRäume Bodenstedt N52° 13.652 E010° 20.052
    Rathaus Hohenhameln N52° 15.514 E010° 03.943
    Tier- und Ökogarten der IGS Peine N52° 20.017 E010° 11.187
    Kreismuseum Peine N52°19.490 E010° 13.519
    Restaurant & Café „Am Yachthafen“ N52° 16.641 E010°24.024
    Pelikan N52°20.135 E010° 11.631
    Eixer See N52° 20.847 E010° 11.719
    Ilseder Hütte N52° 15.636 E010° 13.008


    „Die Idee ist das Peiner Land einmal näher kennen zu lernen.“, sagt Inga Heine Tourismusreferentin. Egal ob zu Fuß oder mit dem Rad es gibt eine große Auswahl an GPS-Stationen. Die ausgeschilderten Themenwege führen die kleinen und großen Schatzsucher zu insgesamt 20 interessanten Orten. Das einzige was man benötigt ist ein GPS-Gerät oder ein Smartphone (mit Google Maps oder einer Geocaching-App). Man gibt die Koordinaten einer Station ein und geht auf Schatzsuche. Im Umkreis von 15 Metern ist das Versteck zu finden, allzu schwierig ist das nicht - ein kleiner Tipp, die Verstecke sind thematisch an die Stationen angepasst.

    Weitere Infos findet man auf der Homepage unter: http://www.tourismus-peine.de/GPS-Touren.2548.0.html oder im Flyer „GPS erkunden“, diesen kann man telefonisch bei der Tourist-Info anfordern unter Tel. 05172-9492610.

    Weitere Tipps für die Sommerferien vom Reiterhof bis zum Freibad findet man auf www.tourismus-peine.de
     


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    Peine: Das Kreismuseum wird das Informationszentrum für das Peiner Land (12.06.2016)

    Von Jörg Kleinert

    Der Landkreis Peine ist nun offiziell Mitglied im „Geopark-Trägerverein Braunschweiger Land-Ostfalen“. Erster Kreisrat Henning Heiß gab dies am Montag im Kreismuseum bekannt.

    Das Kreismuseum übernimmt die Rolle des Infozentrums für das Peiner Land.
    Im November 2015 hatte sich in Königslutter der Geopark-Trägerverein Braunschweiger Land–Ostfalen gegründet. Er trat zum 1. Januar 2016 die Nachfolge des von Privatpersonen geführten Trägervereins Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (Femo) an, der bisher gemeinsam mit dem Regionalverband Harz den nationalen, europäischen und globalen und von der Unesco anerkannten Geopark Harz–Braunschweiger Land-Ostfalen aufgebaut hat.

    Ziel sei es, so Geschäftsstellenleiter Dr. Henning Zellmer, in dem rund 10.000 Quadratkilometer großen Gesamtgebiet geologische, archäologische und kulturgeschichtliche Besonderheiten erlebbar zu zeigen.

    Im Geopark-Projekt geschehe dies mit 30 sogenannten Landmarken – zum Beispiel mit dem Renaissanceschloss in Salder (Salzgitter) oder der Kaiserpfalz Werla bei Schladen im Kreis Wolfenbüttel.

    Im Peiner Land gebe es einige mögliche Landmarken, betonte Zellmer. Im Stadtgebiet seien es etwa der Burgpark, der Ökogarten, das Kreismuseum und die Tongrube Vöhrum. Über die Stadtgrenzen hinaus seien die Gruben als technische und bergbaugeschichtliche Anlaufpunkte in Lengede und Ilsede denkbar.

    „Es geht auf der einen Seite darum, geologische Funde und Historisches in unserer Region für die Nachwelt zu sichern“, sagte Hans Werner Schlichting, Vereinsvorsitzender und Helmstedts Erster Kreisrat. Es gehe aber auch um das Netzwerken im Bereich des Geoparks Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen, der eine Ausdehnung von 100 Kilometern in West-Ost-Richtung und 120 Kilometern in Nord-Süd-Richtung in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat.

    Dieses Netzwerken, etwa im Bereich der Ausflugstipps, hat es auch Peines Erstem Kreisrat Henning Heiß angetan. „Wir verknüpfen Vorhandenes, müssen nichts Neues entstehen lassen. Und das alles geschieht in einem überschaubaren finanziellen Rahmen.“ Mit Flyern wird auf Veranstaltungen im Geopark-Gebiet hingewiesen, und ein Jahreskalender zeigt ein breites Spektrum zu den Themen Erd- und Bergbaugeschichte, Natur und Kultur.

    Von links nach rechts:
    Anna-Lisa Bister (Servicestelle Kultur Landkreis Peine), Dr. Henning Zellmer (Leiter Geopark-Geschäftsstelle), Dr. Ulrika Evers (Leiterin Kreismuseum Peine), Erster Kreisrat Henning Heiß (Landkreis Peine) Erster Kreisrat Hans Werner Schlichting (Landkreis Helmstedt), Vereinsvorsitzender Inga Heine (Tourismusförderung WiTo Landkreis Peine)


    GEOPARK-TRÄGERVEREIN
    Gründungsmitglieder des neuen Trägervereins sind die Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt, die Städte Braunschweig, Wolfsburg, Königslutter und Schöningen sowie die Gemeinden Cremlingen und Schladen-Werla.

    Der Regionalverband Geopark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen ist der größte Deutschlands.
    Internet: geopark-hblo.de


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    Neues Museums-Angebot: Kostenlose Themenführungen von Jens Koch in historischer Kostümierung, (16.04.2016)

    immer samstags um 14 Uhr. Bis 14.45 Uhr

    Das Peiner Kreismuseum bietet ab sofort einen besonderen, neuen Service.
    Es handelt sich um sogenannte Themen-Führungen, die künftig jeden Samstag um 14 Uhr stattfinden.

    Museumsleiterin Dr. Ulrika Evers und Jens Koch, der die Führungen übernimmt, haben sich etwas Besonderes einfallen lassen. Zu den unterschiedlichen Themen-Angeboten wird Koch, der 1960 in Peine geboren ist, in historischer Kostümierung erscheinen, um so die Besucher mit Rollenspielen auf die jeweilige Epoche möglichst stilgerecht einzustimmen.

    Ob als Germane, Amtmann Ziegler oder als Erster-Weltkriegs-Invalide, der versucht, sich durch die Inflationszeit zu mogeln – breit und abwechslungsreich sind die neuen Angebote, die einen zeitlichen Bogen von rund 2000 Jahren spannen. „Ich freue mich sehr über diese neue Aufgabe“, sagt Jens Koch, der laut Evers „Museums-Urgestein“ ist und nicht nur schon vor fast 30 Jahren in der Einrichtungsphase dort tätig war, sondern stets auch viele kreative Impulse gab (z.B. ein Antiquitätenforum einzurichten, jetzt schon zum 23. Mal!). Seit den Anfängen 1988 hat sich viel im Museum verändert.


    Um Anmeldung wird unter 05171-401 3408, Di-Fr 11-17 Uhr, gebeten.
    Mehr als 25 Personen sollten es wegen der kleinen Räume nicht werden.
     

    • Sa, 16.4., Die Germanen in Peine: Jens Koch als Germane
    • Sa, 23.4., Mittelalter in Peine, Jens Koch als Pilger: Erste Stadtanlage, Burg, Münzfunde, Grabungsbefund Marktplatz)
    • Sa, 6.5., Auf den Spuren des Amtmanns Ziegler, Gebäude, Person, Einrichtung, Rezeption in Peine. Jens Koch in Amtmann-Ziegler-Uniform
    • Sa, 14.5., Lebensalltag 1900-1960: Jens Koch als Handwerksbursche und Erster Weltkriegs-Invalide, der versucht, sich durch die Inflation zu mogeln (Arbeiterküche, 1950er Jahre, Konsum, Drogerie)

    Und wieder von vorne, solange das Interesses bestehen bleibt.

    • Sa, 21.5.
    • Sa, 28.5.
    • Sa, 4.6.
    • Sa, 11.6.
    • Sa, 18.6.

    Nach den Ferien gibt es dann neue Termine.


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    Kunstpfad Peine (10.04.2016)

    9. Kunstpfad Peine mit 7 teilnehmenden Kunststandorten
    Datum: Sa, 09.04. und So, 10.04.2016 von 11:00-18:00 Uhr
    Am Samstag ist Almut Breuste persönlich anwesend.
    Am Sonntag um 16 Uhr spielen Nick Pulina & Co ein Konzert: Gesang, Gitarre und Klavier
    (unter anderem Auswanderer-Lieder)

    Mehr Infomationen finden Sie auf der neuen Homepage
    www.kunstpfadpeine.de


    Sponsoren:
     - Kreissparkasse Peine
     - Landkreis Peine
     - Stadtwerke Peine

    Auch das Kreismuseum ist dabei!

     


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    Geocaching-Osterüberraschungen im Peiner Land (25.03.2016)

    Ostereiersuche auf die moderne Art.
    Der Osterhase hoppelt in den Osterferien an verschiedenen Stationen vorbei und hinterlässt die ein oder andere Überraschung in den Caches. Mit Glück gehört auch ihr zu den glücklichen Findern.

    Los geht’s!
    Was ihr braucht ist ein GPS Gerät oder ein Smartphone (mit Google Maps oder einer Geocaching-App). Gebt die Koordinaten einer Station ein und geht auf Schatzsuche im Umkreis von 15 Metern. So schwierig ist das gar nicht, die Verstecke sind thematisch an die Stationen angepasst.

    Tier- und Ökogarten der IGS Peine N52° 20.017 E010° 11.187
    PflanzenEck Wense N52° 21.590 E010° 21.748
    Pelikan N52°20.135 E010° 11.631
    Kreismuseum Peine N52°19.490 E010° 13.519
    Hofladen Wiedemann N52° 15.476 E010° 20.342

    Mit Freunden oder beim Kindergeburtstag habt ihr auch viel Spaß bei unseren weiteren GPS-Touren!

     


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    Almut Breuste »Von so Vielem – Flüchtlinge bei uns« (14.02.2016)

    Eröffnung: So, 14.2., 11.30 Uhr
    Begrüßung: Erster Kreisrat Henning Heiß
    Einführung: Prof. Dr. Ulrich Krempel, Direktor Sprengel Musuem Hannover a.D.
    Musik: Nick Pulina, Peine, Gesang und Gitarre
    Internetpräsentation: www.rosebuschverlassenschaften.de

    Download des Ausstellungs-Faltblatts


     

    Von so Vielem
     
    Die Bilder von Almut Breuste entstehen und leben inmitten unserer Zeit. Der Arbeitsplatz der Künstlerin hat gigantische Dimensionen; er findet sich hoch oben im höchst gelegenen Bereich der ROSEBUSCH- VERLASSENSCHAFTEN, der großen Installation, die Almut Breuste und ihr verstorbener Mann Hans in den letzten Jahrzehnten zusammengetragen und aufgebaut haben. Eine riesige Turbinenhalle ist ihr Atelier, Kälte und Hitze dringen hier kaum vermindert während der wechselnden Jahreszeiten ein und verlangen der Malerin und ihren Arbeiten Kondition und Widerstandskraft ab.

    Es sind gefundene und gebrauchte Bildträger, auf denen die Gemälde entstehen: alte Schutzabdeckungen etwa, bei denen sich mürbe gewordenes Gewebe über Gitterstrukturen zieht; oder große, bestoßene Holzpaneele mit beschädigten Kanten und abgeschlagenen Ecken. Diese Bildgründe schaffen so etwas wie die Atmosphäre der Bilder, denn sie sind nicht blütenweiß und leer, neutral und undefiniert. Sie zeigen durchgedrückte Strukturen der Gitter, die unter dem Tuch verborgen liegen, oder die herausgeschliffenen Maserungen der verwendeten Hölzer. Die Malerin lässt diese Strukturen und Oberflächen stehen, nutzt sie samt den sichtbaren Verletzungen. Auf diesen Bildgründen entstehen ihre Bilder von Menschen.

    Denn Menschen sind es, die diesem Werkschritt das Thema geben. Bilder, deren Gestalten uns bekannt vorkommen – wie die Umrisse eines Mädchens, das in Vietnam, vom Napalm getroffen, nackt und weinend auf den Fotografen zulief. Oder die Figuren der Gehenden, der Menschen, die unterwegs sind: Gestalten, die wir seit den Jahren kennen, in denen die Kriege
    in Europa und in seiner Nähe die Menschen heimatlos machen, ortlos, sie ins Unterwegssein zwingen. Bildern von Gehenden, mit Kindern auf dem Arm, Kindern, die ihnen folgen; Alten, die sitzen und ihren Ort suchen. Die vier Figuren des Gemäldes »Blind«, drei Männer, von einem kleinen Mädchen geführt, geben uns viele Möglichkeiten der Deutung; das Kind blickt nach vorn, führt die Alten und Zögernden, weist einen Weg in die Zukunft.

    Von so Vielem sprechen diese Bilder. Von der Einsamkeit der Gehenden, von der eigenartigen Leere um sie herum, von dem Gegenüber, das sie für uns, die Zusehenden und Voyeure werden. Denn eigentlich blicken die Bilder zurück auf uns, beziehen uns ein in die Szenen, die wir da so distanziert von vorn oder der Seite anschauen. Dahin zielt die Künstlerin, auf diesen direkten Kontakt ihrer Figuren mit uns. Sie will diese Gestalten der Gehenden nicht einfach als Illustrationen der tagespolitischen Auseinandersetzungen in unserem Land, unserem Europa verstanden wissen; sie zielt trotz erkennbar realer Anlässe, trotz wiedererkennbarer Szenen in ihren Bildern auf ein weites, allgemeines Verständnis dieser Menschenbilder. Die rühren uns an, erzählen wenig mehr und doch so viel vom großen Bild des Menschen, der auch in unserer Zeit das Maß aller Dinge, allen Handelns bleiben muss.   

    Prof. Dr. Ulrich Krempel, Direktor Sprengel Museum Hannover a.D.


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    Langes Fädchen, faules Mädchen! (11.10.2015)

    Sticken als Mittel der Mädchenerziehung.
    Textilarbeit im Wandel der Zeiten

    Kuratorinnen Petra Watermann, M.A., Kult-Textil, Unna,
    und Dr. Ulrika Evers


    Eröffnung - So, 11.10., 11.30 Uhr
    Begrüßung: Erster Kreisrat Henning Heiß
    Einführung: Dr. Ulrika Evers und Petra Watermann

    Presseartikel zur Eröffnung der Peiner Allgemeinen Zeitung

    Mo, 9.11.,19.30 Uhr
    „Sticken als Mittel der Mädchenerziehung“

    Vortrag von Kuratorin Petra Watermann M.A.
    In Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Peine e.V.
    Eintritt frei, Spende für den KHB erwünscht

    Do, 12.11., 15-17 Uhr
    „Museum aus dem Koffer“:

    Erzählcafé  (mit Kaffee und Kuchen) zur „Handarbeit“.
    Mit Museumspädagogin Kirsten Brandes und Dr. Ulrika Evers
    Eintritt frei, Spende für die Arbeit der Museumspädagogin erwünscht

    Anmeldung notwendig


    Exposé von Petra Watermann zur Ausstellung:
    Nachrichten aus dem Fundus (4): „Langes Fädchen, faules Mädchen!“ Sticken als Mittel der Mädchenerziehung. Textilarbeit im Wandel der Zeit. Kuratorinnen: Petra Watermann, Unna, und Dr. Ulrika Evers, Peine
     
    Das Konzept der Ausstellung »Nachrichten aus dem Fundus (4): „Langes Fädchen, faules Mädchen!“ Sticken als Mittel der Mädchenerziehung. Textilarbeit im Wandel der Zeit‹‹ beschäftigt sich mit einem Teilbereich der Textilarbeiten, dem Sticken. Mit dieser textilen Technik lassen sich verschiedene kulturgeschichtliche Aspekte zeigen. Besonders die Mustertücher, beziehungsweise ihre Anfertigung, sind Beispiele der Mädchen- und Frauensozialisation. Ebenso können mittels der Textiltechnik „Sticken“ und der Mustertücher die Auswirkungen kultureller Veränderungen auf die Mädchensozialisation gezeigt werden. Hierbei wird deutlich, wie Frauensozialisation, Textilunterricht und Zeitgeschmack miteinander verwoben sind.
     
    Das Thema
    Sticken und Mustertücher gehören zu einem heute fast vergessenen Bereich der häuslichen Arbeiten. Die einmal sehr wichtige „Textil-“ oder „Handarbeit“ ist von den Unterrichtsplänen der Schulen fast verschwunden, im privaten Bereich weitgehend verdrängt oder als „altbacken“ klassifiziert. Ein Graus. Sticken und Stopfen sind „out“, anders als in der Vergangenheit, als Textilien in den Haushalten hergestellt werden mussten. Damals war es unerlässlich, dass junge Mädchen diese Techniken, zu denen auch das Sticken gehört, erlernten. Das hierzu verwendete Lehrmedium war das Mustertuch als Übungs- und Vorlagentuch, als Vorlagensammlung. Muster und Motive der verschiedenen Sticktechniken mussten nicht nur geübt, sondern auch gesammelt werden, da es Druckerzeugnisse, Magazine und das Internet mit 
    „YouTube“ noch nicht gab.
     
    War es den Frauen im Mittelalter noch möglich, in einigen „Männerberufen“ oder als Selbständige berufstätig zu sein, waren sie seit der Renaissance auf das Haus beschränkt. Seit dem 16. Jahrhundert mussten alle Frauen, dem Mann untergeordnet, dem Bild der christlichen Ehe- und Hausfrau gerecht werden. Diesen Anforderungen entsprechend mussten junge Mädchen Spinnen, Weben, Wirken und Nähen mit dem dazu gehörenden Sticken erlernen. Besonders durch die Auswahl der christlichen Motive der Mustertücher zeigten Mädchen ihre  Frömmigkeit, aber auch ihren Arbeitswillen, Geduld durch das stundenlange Stillsitzen, Ordnungsliebe und Sauberkeit bei der Ausführung der Arbeit. Textilien mussten angefertigt, ausgebessert und verschönt werden. Hierzu erlernten bereits kleine Mädchen die Fertigkeiten der Textilarbeiten. Auch die Töchter armer Familien mussten das Sticken lernen, damit sie durch Nähen und Sticken in Lohnarbeit zum Familieneinkommen beitragen konnten. Unterwiesen wurden sie von den Müttern, den Hausherrinnen, den Pastorenfrauen und den Nonnen ebenso wie in den Schulen. Nach der Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1717 in Preußen wurden die Kinder auch im Unterricht der Armenschulen in Textilarbeiten unterwiesen. Friedrich Wilhelm I. befahl den Textilunterricht sogar an den Garnisonsschulen. An Armen- und Garnisonsschulen war Textilarbeit „gemischter“ Unterricht, also für Jungen und Mädchen, damit Invalide und Kriegswaisen sich ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. 
     
    Das räumlichen Gestalten und die Geschmacksbildung durch die Schulung des Form- und Farbsinns gehörten zu den Lernzielen des Stickunterrichts, auch wenn Muster und Material durch die Lehrkraft vorgegeben wurden. Im häuslichen Bereich konnten die Stickerinnen die Mustertücher relativ frei gestalten. Zu ihren Mustern gehörten bis zur Säkularisierung Alphabete, Ziffernfolgen, christliche und weltliche Motive und Spruchvorlagen. Im Biedermeier verschwanden die sakralen Muster, um durch profane fremdländische Motive ersetzt zu werden. Mustertücher waren nicht mehr Vorlagensammlungen, sondern  Zeugnisse des Fleißes der Frauen und Mädchen und wurden als Dekoration im Wohnraum ausgestellt. 
     
    Den größten Wandel erlebten Stickmustertücher und Textilunterricht seit Ende des 19. Jh.s. Mit der preußischen Unterrichtsreform entfiel alles Schmückende und Bunte. Größe und Material des Stickgrundes waren ebenso vorgegeben wie das rote Baumwollstickgarn. Neben Alphabeten und Ziffern zur Kennzeichnung der Textilien sollten noch Mustertücher mit Weißstickerei-, Näh- und Stopfarbeiten angefertigt werden. Anders im häuslichen Bereich, hier wurde weiterhin Schmückendes gestickt. Entsprechend des Zeitgeschmacks wurden z. B. Wandbehänge, Überhandtücher und Schrankborten mit Sprüchen und Mustern bunt bestickt. 
     
    Ein weiterer Wandel im Textilunterricht vollzog sich in den fünfziger Jahren des 20. Jh.s Mustertücher im eigentlichen Sinne wurden nicht mehr angefertigt. Es wurden nur noch einzelne Stickstiche (Kreuzstich, Hexenstich, usw.), die Nadelkissen oder Nadelmäppchen zierten, erlernt. Mit diesen Stichen wurde auf Stickgründen mit vorgezeichneten Mustern gestickt. Sticken gehörte wieder zu den Tugenden der Frauen, denn es galt als Wohlstand, wenn die Frau „nur“ Hausfrau sein konnte. Mit dem Wandel der Geschlechterrolle in den folgenden Jahrzehnten änderten sich die Einstellung zur Textilarbeit und zum Schulfach „Textilarbeit“ immer mehr. Seit den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es den gemischten Textilunterricht, wobei das Sticken kaum noch auf dem Lehrplan steht. Textilarbeiten gehört heute, so es überhaupt unterrichtet wird, in den Bereich der Wahlfächer oder AGs, er ist kein „Muss“ mehr.
    Zielsetzung und Zielgruppen
     
    In der Ausstellung werden die genannten Inhalte mit Hilfe vorhandener Stickereien aufgearbeitet. Neben einem kurzen Abriss der Geschichte der Stickerei mit entsprechenden Mustertüchern soll das Stickwerkzeug und –material gezeigt werden. Besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Zeit seit der preußischen Schulreform. Alphabet-, Weißstickerei- und Stopfmustertücher, Wandbehänge und Übertücher mit gestickten Sprüchen sollen das Thema ebenso wie die Exponate zweier Peiner Handarbeitslehrerinnen visualisieren. Ergänzt werden die textilen Exponate mit Druckerzeugnissen, die seit Mitte des 19. Jh.s als Vorlagen dienen. Die Ausstellung informiert den Besucher über einen heute fast vergessenen Bereich der Erziehung junger Mädchen, das Sticken als Teil der Textilarbeiten. Mit Hilfe der Mustertücher und ausgewählter Exponate Peiner Handarbeitslehrerinnen soll gezeigt werden, wie sich Textilarbeit im Unterricht des ausgehenden 19. und im 20. Jahrhunderts veränderte. Außerdem soll erfahrbar werden, wie das Erlernte Zeitgeschmack und Interieur prägte. Mit der Ausstellung werden an Stickerei und Textilarbeit interessierte BürgerInnen ebenso angesprochen, wie Bürger, deren Interesse der Textilarbeit als Erziehungsmedium oder der textilen Alltagskultur gilt. Eine weitere Zielgruppe sind Schulklassen, um die Schüler mit der „fast vergessenen“ Textilarbeit bekannt zu machen und sie zu Diskussionen über die Beschränkung der Mädchen auf den rein häuslichen Bereich und den Aufbruch dieser Einschränkung anzuregen. Ebenso soll ein Nachdenken über das „Wegbrechen“ der Kenntnis textiler Künste angestoßen werden.
     
    Die erläuternden Texte der Ausstellung basieren auf den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen zur Geschichte der Mustertücher, des Stickens und der Mädchenerziehung. 
     
    © Petra Watermann, M.A. • Unna • 2015

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    FrauenStücke (22.03.2015)

    Ursula Ahlers, Britta Ahrens, Christina Böhme,
    Jasmin Maavenian, Maike Remane, Sylvia Rose-Krampe, Claudia Rückum, Jen Zen

    In Zusammenarbeit mit der Gleichstellungs-
    beauftragten des Landkreises Peine, Silke Tödter. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

    Finissage - So, 17.5., 18 Uhr
    Zum Internationalen Museumstag
    (Motto: „Museum. Gesellschaft. Zukunft“).

    „Abend(b)rot im Abendrot“:
    Art and Eat des Fördervereins Lebendiges Kreismuseum Peine e.V. - Essen 25 €, Wein oder Wasser extra.

    Nur mit Anmeldung!

    Eine gemeinsame Veranstaltung von „PEine Geschichte / Fünf museale Kapitel des Peiner Landes“ (an fünf Orten ) in Zusammenarbeit mit der wito gmbh

    www.peine-geschichte.de

     

    Die Künstlerinnen

    Vordere Reihe: Christina Böhme (mit Zopf), Britta Ahrens, Claudia Rückum
    2. Reihe: Sylvia Rose-Krampe, Maike Remane, Jasmin Maavenian


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    Jahresprogramm 2016 (01.01.2015)

    Das kann sich sehen lassen:
    Das Kreismuseum Peine stellt sein Programm für 2016 vor. Es ist gespickt mit musealen Attraktionen und vielen Informationen.

    Das Jahresprogram finden Sie hier zum Download oder aber stöbern Sie einfach in unseren Programmpunkten in der Navigation auf der linken Seite.


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    Die Kunst des Glaubens (27.09.2014)

    Schätze der Katholischen Kirche in Peine  und Edemissen
    Zum 1200jährigen Bistumsjubiläum Hildesheims als Peiner Beitrag der Kath. Kirche Hl. Engel, Peine

    Eröffnung So, 28.9., 11.30 Uhr
    Begrüßung Erster Kreisrat Henning Heiß und Dr. Monika Tontsch, Referat Kirchliche Denkmalpflege im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim
     
    Kuratoren Dr. Stefan Bölke, Hildesheim, und Dr. Ulrika Evers in Zusammenarbeit mit Pfarrer Blumenberg, Kath. Kirche Hl. Engel, Peine
    Einführung Dr. Stefan Bölke
     
    Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
    Die Einladung können Sie hier als pdf herunterladen.

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